Victorine Müller

8. März bis 20. April 2024 

Victorine Müller, «ohne Titel», 2022, Acryl auf Leinwand, 120 x 160 cm

Die international bekannte Performance-Künstlerin zeigt erstmals
ihr malerisches Werk in einer umfassenden Einzelausstellung.


Wir laden Sie herzlich ein!

Vernissage
Freitag, 8. März, 18.00 - 20.00 Uhr
Kurzeinführung um 18.30 Uhr

Öffentliche Führungen mit Victorine Müller
Samstag, 9. März, 16.00 - 16.30 Uhr
Samstag, 6. April, 16.00 - 16.30 Uhr
Freitag, 12. April, 18.00 - 18.30 Uhr

Finissage
Samstag, 20. April, 14.00 - 17.00 Uhr

Victorine Müller, F+F-Absolventin, entdeckte an der Zürcher Kunstschule ihre Leidenschaft für Performance. Mit ikonischen Body-Extensions wurde sie eine weltbekannte Künstlerin, performte mit dem Timeline Elefanten rund um die Welt und gewann zahlreiche Preise. Parallel vertiefte sie ihre Malkunst, reiste zur Weiterbildung regelmässig nach Irland und Deutschland. 

Die Galerie da Mihi in Bern feiert nun ihr Coming-out als Malerin. Die Werke auf Leinwand sind sofort und ohne jeden Zweifel als typisch Victorine’s zu erkennen. Ihre unvergleichlichen Mischwesen aus Mensch, Tier- und Pflanzenkörpern finden auch in ihrer Malerei Platz. Von einzelnen Figuren über Gruppenbilder bis zu surrealistischen Kompositionen entstehen lyrische Malereien mit inhaltlichem Tiefgang. 

Barbara Marbot zu Gast bei Radio RaBe, im Interview mit Stéphanie Berger 

Aus dem Leben einer Galeristin...

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Originallink  Radio RaBe
Interview beginnt bei 1h09

Text von Dr. Christoph Vögele

Seit 2021 wendet sich Victorine Müller intensiv der Malerei zu, die sie nun erst­mals ausstellt. Das Malerische von Farbe und Licht hat jedoch schon immer ihr Schaffen bestimmt, auch die seit Jahrzehnten präsentierten Performances, mit denen sie sich einen internationalen Ruf erworben hat. Ihre Auftritte leben wesentlich von der Beleuchtung und den farbigen Kostümen. Kürzlich hat Victorine Müller auch für die skulpturalen Hüllen, in denen sie ihre Auftritte vollzieht, zum ersten Mal farbige Kunststoffe gewählt. Ihre Performances, deren Faszination und Wirkung zumeist aus der Ruhe und Stille eines nahezu bewe­gungslosen Agierens wächst, wirken wie «Bilder». 

Mit der künstlerischen Aus­drucksform der Performance hat die Künstlerin nur am Anfang Ablauf und Erzählung verbunden, schon bald waren ihr Dauer und Präsenz wichtiger. 

Über viele Jahre hat Victorine Müller nach Ausdrucksformen gesucht, die neben ihrer Performancekunst bestehen und diese ergänzen könnten. Mit Farbstift­zeichnungen hat sie vorerst ihre Performances vorbereitet. Daraus haben sich selbstständige Blätter entwickelt, die dem märchenhaften Wesen ihrer Instal-lationen entsprachen. Bis heute ist die Künstlerin dieser surreal-traumhaf­ten Welt verbunden geblieben. Und auch die neuesten Gemälde verraten sogleich den spezifischen Ausdruck der Künstlerin. Zum PDF und den ganzen Text lesen.

Gedanken zur Ausstellung «Victorine Müller»

Kurzeinführung anlässlich der Vernissage

Seit einem Jahrzehnt spielen Malerei und Zeichnung eine bedeutende Rolle im Werk von Victorine Müller. Selbstverständlich hat sie auch vorher ihre Entwürfe für die Performances gezeichnet. 

Während ihrer Reisen auf die Kanarischen Inseln, in die Wüste Gobi, nach Korea, Südafrika, aber auch in den Jura und besonders in der Abgeschiedenheit von Göschenen, sind Landschaftserlebnisse ein fester Bestandteil ihres Alltags: Und während Victorine Müller ihre Umgebung betrachtet und skizziert, tauchen sie auf – beseelte Wesen entsprungen ihrer eigenen Erlebniswelt. Frech und wie selbstverständlich beleben sie die Landschaft wie in einer Sagenwelt. 

Ähnliche Phänomene hat der Urner Arzt und Ethnograf Eduard Renner in seinem 1941 erschienenen volkskundlichen Buch «Goldener Ring über Uri» gesammelt. Er hat Sagen und Bräuche der Bergbauern und Alphirtinnen mittels unterschiedlicher Weltbilder beschrieben, einerseits mit einem magischen und andererseits mit einem animistischen Weltbild. In Anlehnung an solche ursprünglichen Weltbilder erforscht auch Müller eine Sphäre in der Natur, die über die sichtbare Wirklichkeit der geologischen und atmosphärischen Formen hinausweist. Diese «ephemeren» Wesen scheinen ebenso Teil der Natur wie Teil ihrer eigenen künstlerischen Wirklichkeit zu sein, sie sieht sie aus der Natur entstehen und bindet sie in ihren Werken.

Eduard Renner analysierte Naturerscheinungen anhand überlieferter Urner Sagengeschichten. Die Bergbevölkerung war immer bedroht von der Unbeständigkeit und Wandelbarkeit der Dinge, Lawinen, Erdrutsche und Stürme. Renner nannte diese Unbeständigkeit das «Es», nicht das persönliche «Es» der Psychoanalyse, sondern «das ‹Es› als Summe des Unmenschlichen, Aussermenschlichen, Namen- und Gestaltlosen, welches in dem Moment Macht über den Menschen erhält, wenn er frevelt, das heisst, wenn er Brauch und Herkommen verletzt»[1] 


[1] Prof. Dr. Jakob Wyrsch, «Erinnerung an Eduard Renner», in: Neue Schweizer Rundschau, Band 22, Heft 5, 1954-1955, S. 262 LInk 

Für Müller ist es die künstlerische Suche nach dem Unsichtbaren, nach einem unbestimmten «Es». Die Künstlerin übersetzt es ins Schweizer Deutsche «Äs» und ergänzt, «Äs» ist eine Kraft.

In ihren Performances spiegelt sich die Landschaft in der semi-transparenten PVC-Folie ihrer «Body-Extensions». Diese gebogenen und fliessenden Landschaften in Verbindung mit Körper und Licht waren schon immer Teil ihrer künstlerischen Arbeit. Sie werden von den Zuschauenden als Spiegel menschlicher Empfindungen gesehen, erlebt und interpretiert. Ihr tiefstes Anliegen ist es, feinen Gefühlen eine Stimme zu geben und das Zarte sowie Zärtliche in seiner Verletzbarkeit und Stärke erfahrbar zu machen.

Immer mehr Raum gibt sie auch in der Malerei dem dichten Spektrum der Gefühle, Empfindungen und Wahrnehmungen, der Bildraum manifestiert sich als eine von fiktiven Wesen bevölkerte Landschaft. Diese Wesen stehen symbolisch für Ahnungen, Sehnsüchte, unbewusstes Wissen und Verdrängung sowie für menschliche Wesenszüge und Abgründe. In ihren neuen Bildern wird das Ringen um die Darstellbarkeit dieser ephemer-surrealen Wesen deutlich sichtbar. 

Doch Victorine Müllers Kunst hat im wahrsten Sinne des Wortes immer Hand und Fuss und so verwundert es nicht, dass sie zurückgreift auf den Artikel 120, einer Besonderheit der Schweizerischen Bundesverfassung: Gemäss des Artikels verlangt sie, im Umgang mit Tieren, Pflanzen und anderen Organismen der «Würde der Kreatur» Rechnung zu tragen. Diesen Grundsatz von der Würde aller natürlichen Kreaturen, zu denen sie auch die Pflanzen zählt, im Zusammenleben mit dem Menschen zu achten, beschreibt sie als wertvolles Gut.

Der Prozess des stetigen Wandels und der Transformation in der Natur weckt ihre Aufmerksamkeit für das noch nicht Definierte, das im Werden Befindliche, jenes alle Möglichkeiten in sich Tragende. Nicht mehr, aber auch nicht weniger möchte sie in ihren Werken sichtbar machen.


Februar 2024, 

Sibylle Omlin, Barbara Marbot und Hans Ryser

Online-Galerie 

Reservation oder Bestellung via
Telefon 031 332 11 90, E-Mail [email protected], Kontaktformular oder WhatsApp.
Bezahlung auf Rechnung innerhalb von 30 Tagen, Rückgaberecht innerhalb von 30 Tagen


Gemälde von Victorine Müller
«Fühler»
2022
Acryl auf Leinwand
100 x 70 cm

Vorschau

 Willi Müller – Spurensuche 

 Zu Gast: Paul Louis Meier – Werke

3. Mai bis 15. Juni 2024 

Wir laden Sie herzlich zur Vernissage ein!
Freitag, 3. Mai, 18.00 - 20.00 Uhr
Kurzeinführung um 18.30 Uhr 

Die Unverkennbarkeit eines künstlerischen Œuvre ist das Ergebnis intensiver, langjähriger Auseinandersetzungen mit den eigenen Themen und Techniken eines Künstlers oder einer Künstlerin. In der kommenden Ausstellung treffen zwei Werkgruppen aufeinander und treten in einen Dialog. Es sind die neusten Bilder von Willi Müller (*1951) aus seinen «Bildkapiteln» Mensch, Abseits und Hotel, in denen er sich den alltäglichen Dingen widmet. Ihnen zur Seite stehen die figurativen Plastiken des Luzerner Bildhauers Paul Louis Meier (*1950), der sich seit seinen frühen künstlerischen Anfängen dem Thema Menschen verschrieben hat.

Wir laden Sie herzlich ein!

Vernissage
Freitag, 3. Mai, 18.00 - 20.00 Uhr
Kurzeinführung um 18.30 Uhr

Öffentliches Podiumsgespräch
Samstag, 25. Mai, 16.00 - 17.00 Uhr
«Menschenbild: gestern, heute, morgen»
Moderation: Marina Porobic, Kunsthistorikerin
Willi Müller, Maler
Paul Louis Meier, Bildhauer
Barbara Marbot, Kuratorin / Galeristin

Öffentliche Führung mit Willi Müller und Paul Louis Meier
Freitag, 7. Juni, 18.00 - 18.30 Uhr

Finissage
Samstag, 15. Juni, 14.00 - 17.00 Uhr

Info Willi Müller
Info Paul Louis Meier

 
Bildlegenden
erstes Bild oben: Willi Müller, «Menschen», 2023, Öl auf Leinwand, 160 x 200 cm 

zweites Bild unten: Paul Louis Meier, Bronzeguss, 33 x 11 x 11 cm, vier-teilig

Barbara Marbot, Kuratorin Galerie da Mihi und Hans Ryser, Galerist, zeitgenössische Kunst in Bern

Über uns

Team Galerie da Mihi

  • Barbara Marbot, Galeristin und Kuratorin, Postgraduate MAS Curating ZHdK, Betriebsökonomin FH.
  • Hans Ryser, Galerist, Executive Master in Art Market Studies UZH, AMP Harvard University.
  • Kathaerina Roschatt, Praktikum Galerie, Cand. Master of Arts - MA, Museums- und Ausstellungswesen, Universität Bern.
  • Bernhard Anliker, Ausstellungstechnik, Möbelschreiner und studierter Innenarchitekt an der UCLA extension (University California at Los Angeles).
  • weitere Spezialistinnen und Spezialisten aus dem Kunstfeld.


Wir zeigen ausgewählte, zeitgenössische Kunst in einer architektonisch interessanten Location, den grössten Gewölbekellern der UNESCO-gekürten Berner Altstadt. 

Im Zentrum stehen etablierte Künstlerinnen und Künstlern, die uns in ihrer Gesamtheit persönlich faszinieren. Gleichzeitig legen wir grossen Wert darauf, dass ihre Arbeit auch von anderen Kunstschaffenden und Institutionen anerkannt und geschätzt wird. 

Unser Herz schlägt für die aktuelle Kunst. Diese zu vermitteln und Künstlerinnen und Künstler mit professionellen Ausstellungen zu fördern, steht für uns klar vor dem kommerziellen Erfolg. 

Virtuelle Tour durch die Galerie da Mihi

by 360viewportal.com 

Presse Thema Kunstmarkt

SRF Kultur kompakt, 17.3.2021: «Mutig in die Zukunft: Der Kunstmarkt in Corona-Zeiten» von Alice Henkes, mit Inputs von Barbara Marbot