Gildas Coudrais, Lost parade, 2019, Malerei hinter Plexiglas, Leuchtkasten  gerahmt, Galerie da Mihi, Bern

27. April 2020

Unsere Künstler – 
heute Gildas Coudrais

Los Angeles – Paris – Berlin – Bern sind die Epizentren von Gildas Coudrais. Der Künstler ist gebürtiger Franzose, die Liebe hat in nach Deutschland geführt. Heute lebt er mit Frau und zwei Töchtern in Berlin. Warum ist dieser international tätige Künstler ausgerechnet in Bern aktiv?

Wie so oft im Leben hat der Zufall die Hand im Spiel gehabt. Es gab einmal zwei Stadtpräsidenten von zwei Hauptstädten, in Berlin Herrn Klaus Wowereit (in Berlin heisst das Regierender Bürgermeister) und in Bern Herrn Alexander Tschäppät. Die beiden kannten sich und sorgten für den kulturellen Austausch zwischen beiden Städten. Jetzt kommt noch ein weiterer «unserer» Künstler als Beschleuniger hinzu; Frantiček Klossner. Er kannte Tschäppät gut, war mit ihm in Berlin, hat dort Gildas kennengelernt und ihn umgehend an die erste Artstadt Bern eingeladen. Et voilà, dort haben wir ihn kennengelernt, das war im Jahre 2012.

Coudrais liebt Bern, sein künstlerischer Erfolg hier, ist verglichen mit seinen anderen Schwerpunkten, gelinde gesagt bescheiden. Woran das liegen mag? Dazu müssten wir das Publikum befragen. Er ist wohl etwas frech, jung und unangepasst. Seine Hinterglasmalereien sind glamourös, in Los Angeles lieben sie ihn dafür. Seine Zeichnungen gespickt mit intellektuellem Witz – damit punktet er in Paris. Seine installativen Werke bereichern das Gallery Weekend in Berlin. 

Und in Bern? Da war vieles von ihm zu sehen. An der vergangenen ArtStadt Bern stand ein auffälliger roter Pavillon im Garten des Erlacherhofes. Er trug den Titel 

«Mon Château en Espagne», zu Deutsch «Mein Luftschloss». Anlässlich der letzten Ausstellung bei da Mihi war das grösste, je gezeigte Werk im Kunstkeller zu sehen: Eine 3 x 10 Meter grosse Zeichnungsinstallation. Zudem Hinterglasmalereien, die imaginäre Personen der Social-Media-Welt porträtierten. Seine aktuelle Zeichnungsserie, eine davon ist bereits als Werk des Tages erschienen, adressiert das massive Palmensterben in L.A. (Fotostrecke unten).

Oft sind seine Hinterglasmalereien nicht als solche zu erkennen, jedenfalls nicht auf den ersten Blick. Seine stupende Maltechnik erschliesst sich erst bei genauem Hinschauen. Das lohnt sich auf jeden Fall, es gibt immer wieder subtile Nuancen in seinen Werken zu entdecken.

Das heutige Werk des Tages ist von Ihm: «Lost parade»
Entdecken Sie zudem seine Werke des Tages, die er seit dem Lockdown unter dem folgenden Titel versteigert:
«A picture a day keeps the doctor away»

Webseite Gildas Coudrais