Pat Noser, Tür, 2020, Öl auf Leinwand, 50 x 40 cm, Galerie da Mihi, Bern

2. April, 2020

Ausstellung für die Katze – für ds Büsi 

Yannick Lambelet, einer «unserer» Künstler hat auf Facebook folgenden Aufruf gepostet: «Wer möchte diese Ausstellung mit mir ansehen! Miaou». Schlaumeier, er lud in eine digitale Ausstellung über Katzen ein. Nie hätte ich gedacht, dass ich eine Ausstellung über Katzen empfehlen würde, doch das «UMA - Universal Museum of Art» hat mich positiv überrascht, deshalb heute ein Blog über Katzen in der Kunstgeschichte, gezeigt in einem Museum, das gar keines ist.

 

Das UMA - Universal Museum of Art ist ein reines Online-Museum, das 2017 ins Leben gerufen wurde. Es hat den Anspruch, universell in der virtuellen Welt,  sich mit folgenden zwei Schwerpunkten auseinanderzusetzen: Zugänglichkeit und Innovation. Das UMA erarbeitet Ausstellungen aus dem Fundus der internationalen Kunstgeschichte, die nicht mit einem Top-Thema, Land oder einer Region verbunden sind.

Offensichtlich fühlen und fühlten sich Künstlerinnen und Künstler immer wieder von Katzen inspiriert. Sie haben in der Kunstgeschichte ihren festen Platz und können hier mittels virtueller Realität entdeckt werden. Die Ausstellung verweist verspielt und lehrreich auf den Platz der Katze in der Kunst und auf ihre Symbolik, die sich im Laufe der Jahrhunderte entwickelt hat. Diskret wandert die Katze von einem Gemälde zum anderen – von Géricault bis zu einem Plakat für das Kabarett von Rodolphe Salis, bis zu einem Gemälde aus dem alten Ägypten, wo die Katze vergöttert wurde. Kurz gesagt, es handelt sich um eine virtuelle und interaktive Ausstellung, die uns mehr über die grossartige Geschichte unseres Lieblingsbegleiters vermittelt.

Sie ist in Zusammenarbeit mit der Vereinigung der Nationalmuseen und des Grand Palais des Champs-Élysées entstanden. Diese französische Institution verfügt übrigens über eine bedeutende Online-Fotothek für bildende Kunst, mit etwa 450'000 Bildern.

Jetzt aber zurück zur Katzen-Ausstellung. Schauen Sie selbst rein. Beim virtuellen Rundgang ist mir das Werk «Le Garçon au Chat» aufgefallen, das Pierre Auguste Renoir im Jahre 1868 gemalt hatte (Bild unten). Das Original hängt im Musée d'Orsay in Paris. Auf der entsprechenden Webseite ist zu diesem Werk zu lesen, dass noch nicht alle Geheimnisse um das Bild «Junge mit Katze» gelüftet seien. Dieser männliche Akt sei im Werk Renoirs beispiellos. Man wisse nicht, wer da von hinten, eine Katze streichelnd, Modell gestanden hatte. Der Blick, den er auf den Betrachter zu werfen scheint, bleibt rätselhaft. Die Szene enthält keine Anspielung auf Themen der Mythologie.

Das Entstehungsjahr des Werkes ist ein Wendepunkt im Schaffen Renoirs, der damals noch am Anfang seiner Karriere stand. Nachdem er zu den Salons von 1866 und 1867 nicht zugelassen worden war, hatte er mit einem grossen weiblichen Porträt «Lise mit Schirm» endlich Erfolg, welches heute im Folkwangmuseum in Essen aufbewahrt wird. Die zweite Hälfte der sechziger Jahre stand im Zeichen der Freundschaft mit Bazille, Sisley und Monet. Für diese war das Beispiel ihrer grossen Vorgänger Courbet und Manet ausschlaggebend. Ihr Einfluss fand sich auch in der realistischen Darstellung und den kalten Harmonien des Gemäldes «Junge mit Katze». Dieses Bild wurde übrigens1922 bei einer Auktion erworben.

PS:
Im Werk, das wir gestern vorgestellt haben, verbirgt sich übrigens auch eine Katze.
«Paolo Veronese, Die Hochzeit zu Kanaan»

Pierre Auguste Renoir, Junge mit Katze, 1868, Öl auf Leinwand, 123 x 66 cm